Apartment D

Wien
2017-01-20T13:46:10+00:00

Project Description

Apartment D

Standort            Seidengasse | 1070
Bauherr            Privat
Größe                    60m2
Fertig seit          März 2014

Die Ausgangssituation ist in Wien allzu bekannt: Einer Wohnung in einem klassischen Gründerzeithaus fehlte es an Licht und Luft. Mit vier Zimmern auf traditionell aufgeteilten 60 Quadratmetern klagten die Bewohner – ein ungarisch-vietnamesisches Ehepaar – über ein beengtes Raumgefühl und einen Mangel an Individualität.

smartvoll architekten entwickelten eine Lösung, die Schule machen könnte. Sie öffneten  die kleinteilige Struktur zu einem einzigen großen Raum, in den drei Funktionskuben eingestellt wurden: fürs Kochen und Schlafen sowie das Bad. Der Clou: Die Einbauten sind nicht raumhoch, haben eher den Charakter skulpturaler Möbelstücke – wodurch Decke und Boden wie nicht unterbrochene Ebenen wirken, welche die Raumzonen wie eine Spange zusammenhalten. Auch die durchgehenden Fugen tragen zum optischen Zusammenhalt des Raumverbunds bei. „Dadurch genießt man überall das Gefühl von Großzügigkeit“, so die Architekten, „auch in den Kuben selbst.“

Als Material kommt bei den Kuben polierter weißer Marmor zum Einsatz. Seine Spiegelungen sorgen für eine Entkörperung der großen Volumen und stellen einen reizvollen Kontrast zum klassischen dunklen Fischgrät-Parkett her. Farbe ins Spiel bringt ein vietnamesischer Seidenstoff als Innenverkleidung der szenisch beleuchteten Raumnischen – sie dienen der Präsentation von Arbeiten primitiver Kunst, der Sammelleidenschaft des Bauherrn. Der Remix der Kulturen zieht sich bis hin zu den Vorhängen, deren Struktur an vietnamesischen Reisterrassen Anleihen nimmt.

Mit seinem ausgeklügelten Raumkonzept, der Betonung des Individuellen und der Verschränkung von Architektur und Design ist das Apartment in der Seidengasse ein Paradebeispiel für die Arbeit von smartvoll architekten. Kleinere private Objekte interessieren das Architektenduo genauso wie große Bauvorhaben. Aktuell ist dies zum Beispiel der Um- und Ausbau der geschichtsträchtigen Panzerhalle Salzburg nach dem Wettbewerbssieg im Vorjahr.

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